Häufige Fragen
Strategie & Entscheidungsprozess

Die REFUNA AG versorgt die Region Unteres Aaretal seit vielen Jahren mit Fernwärme, deren wichtigste Quelle bisher die Abwärme aus dem Kernkraftwerk Beznau ist. Da die Stilllegung dieses Kraftwerks langfristig absehbar ist, muss eine neue, unabhängige Hauptwärmequelle aufgebaut werden. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit für die Bevölkerung, das Gewerbe und die öffentlichen Einrichtungen auch in Zukunft zuverlässig zu gewährleisten.
Durch die Verlängerung der Laufzeit der Beznau-Anlagen bis 2032/33 ergibt sich ein zusätzliches Zeitfenster. Dieses nutzt die REFUNA AG, um die wichtigsten möglichen Technologien nochmals vertieft zu prüfen. Damit soll sichergestellt werden, dass die langfristig beste Lösung für die Region gewählt wird.
Die REFUNA AG plant, den definitiven Entscheid über die künftige Technologie bis spätestens Ende 2026 zu fällen. Bis dahin werden technische, wirtschaftliche und ökologische Aspekte sorgfältig analysiert und miteinander verglichen.
Die heutige Wärmeversorgung bleibt durch die Abwärme aus Beznau bis 2032/33 gesichert. Parallel dazu wird die neue Anlage geplant und vorbereitet. Dadurch kann der Übergang von der heutigen zur neuen Wärmequelle ohne Unterbruch der Versorgung erfolgen.
In die Planung und Entscheidungsfindung sind neben der REFUNA AG auch Fachplaner, kantonale Stellen, Projektpartner sowie regionale Akteure eingebunden. Die Entscheidungsgrundlagen werden transparent erarbeitet und mit den zuständigen Behörden abgestimmt.
Mögliche Technologien

Derzeit werden insbesondere zwei Hauptvarianten vertieft untersucht: ein zentrales Holzheizwerk sowie eine Grosswärmepumpenlösung mit Aarewasser als Wärmequelle. Beide Varianten werden hinsichtlich Technik, Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit umfassend geprüft.
Holz ist ein regional verfügbarer und erneuerbarer Energieträger. Die Technologie zur energetischen Nutzung von Holz ist erprobt und zuverlässig. Das geplante Holzheizwerk bietet deshalb weiterhin grosses Potenzial für eine stabile und langfristige Wärmeversorgung und bleibt Bestandteil der Abklärungen.
Moderne Hochtemperatur-Wärmepumpen haben in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht. Sie können heute – je nach Wärmequelle und Anlagenauslegung – deutlich höhere Vorlauftemperaturen bereitstellen und eignen sich damit auch für Fernwärmenetze. In Kombination mit Aarewasser als Wärmequelle können sie eine effiziente und klimafreundliche Lösung darstellen. Diese Technologie wird deshalb im Rahmen eines Vorprojekts vertieft geprüft.
Umwelt & Region

Nach heutigem Kenntnisstand liegt die für eine Wärmepumpe benötigte Wassermenge deutlich unter einem Prozent der Aarewassermenge. Das Wasser wird nach der Nutzung wenige Meter unterhalb der Entnahmestelle wieder eingeleitet und ist nur leicht abgekühlt. Die ökologischen Auswirkungen werden im Vorprojekt detailliert untersucht und mit den zuständigen Fachstellen abgestimmt.
Die Quagga-Muschel kann technische Anlagen negativ beeinflussen. Welche Auswirkungen sie konkret auf eine Wärmepumpenlösung haben könnte, wird im Vorprojekt abgeklärt. Dabei werden mögliche Schutz- und Wartungskonzepte geprüft.
Je nach gewählter Technologie unterscheiden sich die Verkehrsbelastungen. Bei einer Holzlösung entstehen zusätzliche LKW-Lieferfahrten. Bei einer Wärmepumpenlösung fallen deutlich weniger Transporte an. In beiden Fällen wird darauf geachtet, die Auswirkungen auf die Bevölkerung möglichst gering zu halten.
Die Anlagen werden so ausgelegt, dass sie den Wärmebedarf auch ohne externe Wärmequellen decken können. Dadurch bleibt die Versorgungssicherheit jederzeit gewährleistet.
Kosten & Versorgung

Die zukünftigen Wärmepreise hängen von der gewählten Technologie, den Investitionskosten sowie den Energiepreisen ab. Ziel der REFUNA AG ist es, langfristig stabile und wirtschaftlich tragfähige Wärmepreise sicherzustellen.
Der Vollkostenvergleich berücksichtigt sämtliche Kosten einer Anlage, insbesondere Investitions-, Betriebs- und Energiekosten, über die gesamte Lebensdauer. Diese werden mit den Kosten anderer Heizsysteme verglichen.
Für das Holzheizwerk wurden bisher Investitionskosten von rund 128 Mio. CHF ermittelt. Die Kosten für weitere Varianten werden im Vorprojekt berechnet und vor dem Entscheid transparent ausgewiesen.
Die Strombeschaffung richtet sich nach den zum Entscheidzeitpunkt geltenden Marktbedingungen. Die REFUNA AG wird dabei wirtschaftliche und ökologische Aspekte berücksichtigen.
Der Strombedarf einer Grosswärmepumpe liegt im Verhältnis zum gesamten Schweizer Stromverbrauch sehr tief. Zudem werden die Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit und das Gesamtsystem im Vorprojekt vertieft geprüft.
Zeitplan & Organisation

Nach heutigem Stand ist der Betrieb der Beznau-Anlagen bis 2032/33 vorgesehen. Politische und technische Entwicklungen können diesen Zeitpunkt beeinflussen. Die REFUNA AG plant deshalb frühzeitig Alternativen.